Unser Ehrenmitglie Alois Wucherer ist im Alter von 89 Jahren plötzlich
verstorben. Die wichtigsten Etappen in unserem Verein:
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| Unser Ehrenmitglied Alois Wucherer ist am 9. Januar 2009 verstorben. Er
hat unserem Verein mehr als 55 Jahre die Treue gehalten. Fast gar müsste
man sagen: SEIN Verein. Denn er hat das Gesicht des Vereines entscheidend
mitgeprägt. In Summe und im Nachhinein betrachtet erscheinen seine Errungenschaften als selbstverständlich, besonders für uns Jüngere, die noch nicht einmal so alt sind, wie Alois Wucherer im Verein tätig ist. Die einzelnen Stationen in Erinnerung zu rufen und zu würdigen, das ist das Anliegen des Verfassers. 1953 ist Alois in den Verein eingetreten. Einen Garten zu bekommen, das war damals offenbar schwieriger als heute, denn es dauerte 6 Jahre, bis Alois Wucherer Gartenpächter werden durfte. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Folgen des Krieges noch nachwirkten - und ein Garten diente primär der Selbstversorgung! Auch Hasen und Hühner durften noch gehalten werden; Gartenlaube waren Fehlanzeigen. Verschläge aus Trümmern gezimmert beherrschten das Bild. Es war Grabeland - kein Kleingarten. Und damit wird klar, welch langen Weg Alois Wucherer zu beschreiten hatte, als er mit anderen Kollegen in verschiedenen Ämtern von 1959 bis 1976, also 17 Jahre lang tätig war. Eines seiner Hauptanliegen war die Anerkennung als Kleingarten - Voraussetzung für den Bestandsschutz der Anlagen. Doch halt - da waren noch etliche Steine aus dem Weg zu räumen. Zuvor muss man erst einmal ins Vereinsregister. In seiner Funktion als 2. Vorsitzender wurde der Verein 1962 eben dort eingetragen. Es folgten organisatorische Mammutprogramme wie Pachtverträge, Gartenordnungen usw. Dann waren da noch diese jämmerlichen "Koreahütten". Dieser Begriff wurde von ihm als Sinnbild geprägt, denn es war gerade der Koreakrieg und die Berichterstatter zeigten Bilder von erbärmlichen Hütten - manch einer erkannte darin seine trostlosen Wellblech-Konstrukte aus dem Garten. Für eine ordentliche Gartenanlage war das ein unhaltbarer Zustand. Hier arbeitete Alois Wucherer konsequent für die Aufwertung der Anlage und die Errichtung von Gartenlauben. Doch es waren nicht nur die Hütten, sondern die gesamte Anlage benötigte viele Investitionen: Wasserleitung, Zäune, Tore, Hecken, Wege usw. Und da zeigte sich schon das nächste Dilemme: Geld musste her! Der gewöhnliche Homo Kleingartikus lässt sich bekanntlich ja nur chirurgisch von seinem Geldbeutel trennen. Um so leistungsvoller sind die Umlagen zu sehen, die unter seiner Regie er geleistet wurden. Wohlgemerkt: Ohne Repressalien und immer auf dem Boden der Fairness und Achtung des Anderen ! Das genau zeigt besonders den Charakter unseres Gartenfreundes Alois Wucherer. Geradlienig, fair, offen, auf den Punkt gebracht. Das heisst aber noch lange nicht, dass alle anderen mit ihm ebenso umgesprungen sind. Da gab es viele Niederlagen, viele kleine Schritte zurück und etliche hitzige Diskussionen. Heute kaum vorstellbar, dass sich eine Versammlung wegen hoher Wasserverbräuche eskalierte, sich etliche deswegen echauffierten. Es verdient absolute Bewunderung, dass Alois da nicht resignierte ! Jedenfalls hat Alois Wucherer seine Ziele erreicht. Und zum Dank wurde er 1976 zum Ehrenmitglied ernannt. Als er 2004 die Bewirtschaftung seines Gartens aufgab, dann geschah das bewußt, bevor eines Tages die ganze Last an der Ehefrau hängen bliebe. Das zeigt, dass Alois sehr umsichtig und weitsichtig war. Eine Fähigkeit, die unserem Verein und seinen Gartenfreunden sehr ans Herz gewachsen ist. Dafür danken wir ihm und werden ihn nicht vergessen. |
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Stand 18.4.2003, Wilfried Gaßner